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Rennsteiglaufverein feierte Jubiläum „20 Jahre Laufgruppe Süd“

Datum: 01.09.2026


Als 2006 ein traditionsreicher Volkslauf im Südthüringer Raum kurz vor dem Aus stand, sprang eine Handvoll ambitionierter Läuferinnen und Läufer ein und sicherte ihm den Fortbestand. Was als spontane Aktion begann, ist heute eine der prägendsten Gruppen im GutsMuths-Rennsteiglaufverein (GMRLV): die Laufgruppe (LG) Süd. Ihr 20-jähriges Bestehen feierte die Gruppe im August bei einem Sommerfest in Schmiedefeld – mit einem gemeinsamen Trainingslauf, geselligem Beisammensein und einem Rückblick auf zwei bewegte Jahrzehnte.

 

Von der Rettungsaktion zur festen Größe im Verein

Die Geschichte begann 2006: Christian Strauß aus Schmiedefeld und Stefan Neidhardt aus Suhl, seit Jahren gemeinsam mit Laufkameraden aus der Region unterwegs, wurden zu Ideengebern einer Trainingsgruppe, die schnell viele Anhänger fand. Auslöser war die drohende Absage des Lange-Bahn-Laufes (LBL): Der 1977 aus der Taufe gehobene Traditionslauf stand wegen der hohen Altersstruktur seiner bisherigen Organisatoren vor dem Aus. Neidhardt und Strauß mobilisierten gemeinsam mit dem WSSV Suhl und RTR Viernau zahlreiche aktive Läuferinnen und Läufer aus Südthüringen und retteten die Veranstaltung – die Geburtsstunde der LG Süd.

In den Folgejahren wuchs die Gruppe rasch auf rund 25 Mitglieder, von denen viele zuvor keinem Sportverein angehörten. Sie fanden in der LG Süd ihre sportliche Heimat. Gemeinsame Trainingslager, Wettkampffahrten zu Meisterschaften und Volksläufen sowie ein reger Erfahrungsaustausch prägten die Anfangsjahre – und brachten sportliche Erfolge hervor, die bis heute nachwirken. Nicole Köllmer und Marcel Bräutigam etwa gewannen gleich mehrfach den GutsMuths-Rennsteiglauf und zählen damit zu den erfolgreichsten Läuferinnen und Läufern in der Geschichte der Gruppe. Mit dem Aufbau einer eigenen Internetpräsenz und der maßgeblichen Mitarbeit am Portal „Laufszene Thüringen“ setzte die LG Süd zudem früh auf Öffentlichkeitsarbeit für den Laufsport in der Region.

„Die LG Süd ist über zwei Jahrzehnte zu einer der tragenden Säulen unseres Vereins geworden“, sagt Uwe Albus, Präsident des GutsMuths-Rennsteiglaufvereins. „Ohne ihren Einsatz gäbe es den Lange-Bahn-Lauf heute vermutlich nicht mehr. Ohne ihre Prägung wäre auch unser Rennsteiglaufverein insgesamt ein anderer Verein.“

 

Zwei Manager, zwei Jahrzehnte

Kaum jemand hat die LG Süd so geprägt wie ihre beiden langjährigen Manager. Stefan Neidhardt organisierte über Jahre nicht nur die Staffel zum Rennsteig-Staffellauf, sondern hielt die Gruppe als informeller Kopf zusammen – von der Wettkampfkleidung bis zu den gemeinsamen Zusammenkünften. Als er sich ab 2017 zunehmend in die Vereinsführung des GMRV einbrachte, übernahm Steffen Meyer die Verantwortung und lenkt die Geschicke der LG Süd seither mit großem persönlichem Einsatz – heute vor allem als treibende Kraft hinter dem Lange-Bahn-Lauf.

 

Vom Beinahe-Ende zum Publikumsmagneten

Kaum eine Geschichte zeigt den Wandel der LG Süd so deutlich wie die des Lange-Bahn-Laufes selbst: 2006 stand er kurz vor der endgültigen Absage, heute verzeichnet er in der Spitze bis zu 1.000 Anmeldungen und gilt in der Szene längst als „Klassiker vor dem Rennsteiglauf“ – wer hier vorn mitläuft, dem werden traditionell auch beim GutsMuths-Rennsteiglauf beste Chancen eingeräumt. Seit 2019 wird mit Start und Ziel auf dem Suhler Friedberg gelaufen. Mit eigener Laufordnung und festem Orga-Team sichert die LG Süd seit 2021 den Fortbestand der Veranstaltung, die inzwischen auf über 40 Austragungen zurückblickt und 2027 ihr eigenes 50-jähriges Jubiläum feiert.

 

Keimzelle der neuen Leistungssportabteilung

Die LG Süd ist damit nicht nur eine der traditionsreichsten Gruppierungen im GMRV, sondern auch der ideelle Ursprung der jüngst gegründeten Leistungssportabteilung des Vereins. Die für den Leistungssport zuständigen Präsidiumsmitglieder kommen aus den eigenen Reihen der LG Süd. Die im März 2026 vom GMRV-Präsidium beschlossene Leistungssportabteilung knüpft an die Philosophie der LG Süd an: Wer aufgenommen wird, trainiert gemeinsam, fährt zu Thüringer und Deutschen Meisterschaften und tritt bei ausgewählten Wettkämpfen als Team des Vereins an – regelmäßige gemeinsame Trainingslager inklusive.

Zu den jungen Gesichtern der neuen Abteilung zählt Lukas Wieseke. Der 22-Jährige, selbst Mitglied der LG Süd, belegte in diesem Jahr den dritten Platz beim Rennsteig-Halbmarathon und gilt als eines der größten Nachwuchstalente, die der Verein derzeit zu bieten hat. „Dass die Leistungssportabteilung aus der LG Süd hervorgegangen ist, überrascht niemanden, der die Gruppe kennt“, sagt Albus. „Hier wurde über zwei Jahrzehnte genau das gelebt, was wir jetzt für den ganzen Verein strukturiert aufbauen: Ambition, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“

 

Aufbruch ins dritte Jahrzehnt

Mit einer stabilen Mitgliederzahl von rund 25 Läuferinnen und Läufern blickt die LG Süd nach vorn. Als nächste große Etappen stehen die Jubiläen des Lange-Bahn-Laufes an: 2027 wird die Veranstaltung 50 Jahre alt, 2028 findet die 50. Auflage statt. Im Anschluss steht ein Generationswechsel in der Führung an – für die LG Süd weniger ein Abschied als ein bewusster Aufbruch.

„Wenn ich auf zwanzig Jahre LG Süd zurückblicke, überwiegt bei mir vor allem Freude – Freude über das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, und über den Zusammenhalt, der uns all die Jahre getragen hat“, sagt Steffen Meyer, Leiter der LG Süd und Organisationschef des Lange-Bahn-Laufs. „Möglich war das nur, weil sich Jahr für Jahr unzählige Helferinnen und Helfer mit Leidenschaft eingebracht und Verantwortung übernommen haben – ihnen gilt mein größter Dank. Wenn wir uns den Teamgeist bewahren, können wir zuversichtlich nach vorn blicken.“ Nach zwei Jahrzehnten, die von einer Rettungsaktion zu einer der tragenden Säulen des Vereins führten, beginnt für die LG Süd nun also ihr drittes Jahrzehnt – und mit der neuen Leistungssportabteilung und dem Umbruch an der Spitze zugleich eine neue Epoche.

 

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